Preisverleihung - Berlin 23.05.11 |
Dr. Bergner gemeinsam mit der Preisträgerin Waltraud Thiele aus seinem Wahlkreis Halle. Waltraud Thiele setzt sich seit Jahren für die Aufarbeitung der SED-Diktatur ein, unterstützte die Entstehung der Gedenkstätte
"Roter
Ochse" und ist als Zeitzeugin auch in Schulen aktiv. (Foto: BMI/Rickel)
Preis für Hallenserin
63-Jährige als "Botschafter für Demokratie und Toleranz" geehrt
HALLE/MZ - Die Hallenserin Waltraud Thiele hat gestern in Berlin eine der bedeutendsten Ehrungen für zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland erhalten. Die 63-Jährige bekam die Auszeichnung "Botschafter für Demokratie und Toleranz". Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wurde von einem Bündnis verliehen, das sich seit mehr als zehn Jahren gegen Gewalt und Extremismus wendet.
Waltraud Thiele wurde für ihr Engagement bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur geehrt. Sie hatte in den 90er Jahren die Gedenkstätte "Roter Ochse" mit aufgebaut und ist ehrenamtlich für die Vereinigung der Opfer des Stalinismus tätig.
Auch als Zeitzeugin ist sie aktiv: Waltraud Thiele wurde 1948 in der Haftanstalt "Roter Ochse" geboren und 1950 in das berüchtigte Frauengefängnis Hoheneck verlegt. Wegen der Verbreitung anti-sowjetischer Flugblätter war ihre hochschwangere Mutter verhaftet und zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Erst 1954 wurde sie im Rahmen einer Amnestie begnadigt und durfte ihr Kind - Waltraud Thiele -wieder zu sich nehmen. Die Folgen der ersten Kinderjahre hinter Gittern sollte Waltraud Thiele noch lange spüren. Nach ihrer Einschulung war sie lange krank, musste mehrfach operiert werden und Kuren absolvieren. Auch ihre Mutter war gesundheitlich schwer angegriffen: Im Alter von nur 50 Jahren starb sie 1975 an den Spätfolgen einer nicht erkannten Tuberkulose.
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